
Halbinsel PeljesacNach Istrien ist Peljesac die größte Halbinsel Kroatiens. Wie ein versunkenes Gebirge liegt der Bergrücken dieser “Fast-Insel”, von der Landenge bei Ston bis zur Landzunge Lovisce, 65 km lang und bis 961 m hoch im Meer. Nur an einer schmalen Stelle bei Ston ist Peljesac mit dem Festland verbunden und wurde dort von den Ragusanern (Dubrovnik), die von 1333 bis 1806 hier das Sagen hatten, durch eine Mauer vom Land abgetrennt. Peljesac ist die Halbinsel der Berge und der Weine. Die Halbinsel ist besonders durch seinen Tierreichtum bekannt. Hier findet man auch die seltene Tiergattung der Mufflone. Lovisce wurde vor 100 Jahren an der gleichnamigen großen, tief ins Land ziehenden Bucht von Siedlern aus Hvar gegründet. Bis 1973 war Lovisce nur auf dem Seeweg zu erreichen. Nun können die Touristen in den ruhigen Badeort kommen. Ab und zu wird mal gefeiert, aber dann kräftig. Rund um die Bucht werden kleine Feuerstellen angezündet und manche sehen sich den Feuerzauber vom Wasser aus zu. Zum Baden ist der Feinkiesstrand in der Bucht von Lovisce vor allem für Familien sehr geeignet. Wer es sehr ruhig mag, geht zu Fuß oder fährt mit dem Boot zu den umliegenden Buchten Krizica, Cesminova, Slatina oder an die zwei nördlichen Buchten Rasoha und Bezdija. Kuciste (280 Einw.) liegt an der Nordwestseite der Halbinsel und ist ca. 7 km von Orebic entfernt. Den alten Ortskern bilden Marmorhäuser im Renaissance-Barockstil, umgeben von riesigen Pinien, Yuccapalmen, Zitronen, Zypressen und blühenden Mittelmeerpflanzen. Die einstigen Wohnsitze der Reeder und Kapitäne, die an den Reichtum vergangener Tage erinnern, stehen oftmals samt Iventar leer. Funde bezeugen eine Besiedlung in prähistorischer Zeit. Der venezianische Kartograph Vicenzo Maria Coronelli zeichnete bereits 1640 Kuciste mit seinen 30 Häusern in seine Karten ein. Die Blütezeit des Ortes lag im 18. Jh. und Anfang des 19. Jh., die Blütezeit der Segelschiffahrt. Bademöglichkeiten findet man überall in den kleinen Einbuchtungen mit Sand- und Kiesstrand. Orebic (1.500 Einw.) befindet sich am Hang des Berges Sveti Illija (961 m), der den Ort vor Nordwind schützt. Die Stadt, die nach einer ansässigen Kapitänsfamilie benannt wurde, ist das touristische Zentrum von Peljesac. Orebic zählt zu den wärmsten Mittelmeerorten. Es wachsen Pinien, verschiedene Palmenarten, Zitronen, Orangen, Mandeln und viele exotische Setzlinge, die die Seefahrer mit nach Hause brachten. In der Nähe von Orebic finden sich vorgeschichtliche Spuren und Überreste römischer Landvillen. Orebic bietet, besonders in seinem westlichen Teil, Dank einer außerordentlichen Natur mit sonnigen Kies- und Sandstränden, einen angenehmen Aufenthalt und Erholung. Am 1,5 km langen Stadtstrand tummeln sich in den Sommermonaten hunderte von Urlaubern. Wer es ruhiger haben möchte, fährt mit einem der zahlreichen Taxiboote auf die Insel Badija, Mala Stupa oder die FKK-Insel Velika Stupa. Sehenswert ist das Schiffartsmuseum am Kai mit alten Navigationsgeräten, Seekarten und Bildern, Bibliothek und Ölgemälden mit Dampfschiffen. |
Podobuce (280 Einw.) ist eine ehemalige Piratenbucht mit ca. 20 bewohnten Häusern. Zusammengedrängt liegt der alte Ortskern am Hang mit seinen Natursteingemäuern, umgeben von Weinterrassen, eingebettet in den Bergen. Die Bucht ist autoverkehrsfrei und bietet damit, beim Baden am sonnigen Kiesstrand, eine besondere Ruhe. Hinter dem Ort führt ein Pfad zu den Felsklippen, danach folgen kleine Kiesbuchten. Bootsverbindung durch die Fischer zu weiteren Buchten ist möglich. Versorgungs- und Freizeitmöglichkeiten findet man im 7 km entfernten Orebic. Der sehr kleine Ort Dingac liegt an der zum offenen Meer gewandten Seite. Die Zufahrt führt über Potomje durch einen 400 m langen, schmalen Tunnel. Am Ende des Tunnels öffnet sich dem Besucher ein herrliches Panorama aufs Meer und Dingac. Hier kann man die absolute Ruhe und Stille der Natur genießen. Der Felsstrand und die rauhe Küste verleihen dem kristallklaren Wasser eine besonders beeindruckende Farbe, die in dieser Form selten an der Adria zu finden ist. Der kleine Kiesstrand ist hier eine angenehme Überraschung. In Dingac findet man zwei kleine, private Restaurants, ansonsten muß man sich im 4 km entfernten Potomje versorgen. Hier wird der Dingac-Wein angebaut, der seit 1961 der erste geschützte kroatische Prädikatswein mit beschränkter Erzeugung ist. Bereits 1910 hat dieser Wein auf der Pariser Weinausstellung eine Goldmedaille erlangt. Ein weiterer hervorragender Rotwein ist Postup, der 1967 das Gütesiegel des Qualitätsweines erreichte, sowie der weiße und rote Peljesac (süß, gefällig) und der Potomje (trocken). Die traumhaft idyllische Bucht Crkvice, mit ca. 15 Häusern, liegt an der Ostküste der Halbinsel und ist mit eigenem Pkw äußerst schlecht zu erreichen. Deshalb wird die An- und Abfahrt von den Hausbesitzern organisiert. Parkplätze werden von den Besitzern bereitgestellt. Paßartig geht der Fahrweg in Serpentinen hinab, ein paar hundert Meter fast senkrechter Steilhang. Unten macchiagrüne Küste, Felsbuchten mit Kiesstrand und der Ort Crkvice, einst Verladestation für den Wein. In Crkvice hat man das Gefühl auf einer einsamen Insel zu sein. Diese unberührte, natürliche Gegend, mit einem hervorragenden Klima, vermittelt eine besondere Ruhe und Stille, die man sonst sehr selten findet. In der Nähe befinden sich einige kleine Buchten, welche sehr geeignet sind für Fischfang und Nudismus. Dies ist die noch ganz unberührte Natur, wo sich der Mensch wie Robinson fühlen kann und doch so nah an der Zivilisation ist. Neben dem Fischfang gibt es auch andere Aktivitäten, die gemeinsam mit dem Besitzer ermöglicht werden können, wie z. B. Muschelsuche, Fang des Bilchs (war schon bei den Römer eine besondere Delikatesse) und deren Zubereitung. Außerdem können Picknicks und Ausflüge organisiert werden. Eine andere Attraktivität ist der abendliche Gesang der Einheimischen am Strand, der jeden Abend stattfindet. In Kuna befindet sich zudem eine Ambulanz, Post, Bank, Einkaufsmöglichkeit, Obst- und Gemüsemarkt, und die Museumsgalerie des großen, kroatischen Malers C. M. Medovic. |