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Kwarner Bucht
 

Novi Vinodolski (3.600 Einw.), kurz Novi genannt, ist ein traditioneller Urlaubsort mit einer sehr interessanten Altstadt. Ehemals Hauptort des furchtbaren Vinodol (Weintal) und Sitz der Frankopanen-Fürsten. Deren Kastell steht heute noch, bietet einen schönen Ausblick und beherbergt das Heimatmuseum. Aus diesem Gebiet stammt auch eine der ältesten juristischen Schriften in kroatischer Sprache und glatolitischer Schrift, das sogenannte Vinodolsche Gesetzbuch aus dem Jahre 1288. Baden kann man an der abgasfreien Strandpromenade. An den sanften Buchten und Sonnenfelsen kann man bequem über Leitern ins Wasser. Bei den Felsbuchten sind sehr schöne Schnorchelstellen mit türkisfarbenem Wasser zu finden. Die Kvarner Bucht ist neben wunderlicher Naturschönheit auch Stätte historischen Geschehens.

Cvitkovici ist ein kleines Fischerdörfchen, das vom Tourismus gänzlich übersehen wurde. Noch heute leben hier rund 210 Menschen mit dem Familiennamen Cvitkovic. Auch unsere Familien stammt aus diesem Ort, wurde aber im 16. Jh. wegen den seeräuberischen Aktivitäten zwangsweise ins Binnenland von Kroatien umgesiedelt.

Senj (5300 Einw.) ist die älteste kroatische Stadt mit einer bewegten Geschichte. Zwei große Bergmassive, die Velika Kapela und das Velebit, stoßen hinter der Stadt aufeinander und schaffen über dem Vratnik-Sattel eine günstige Verbindung ins kroatische Hinterland. Zwischen den Gebirgen schießt aber auch die berüchtigte Bora von Senj zu Tal, die eine Windgeschwindigkeit von über 150 km/h erreichen kann. Senj ist eine illyrische Stadtgründung aus der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr., von den Römern Senia, den Venezianern Segna, den Österreichern Zengg und den Kroaten Senj genannt. Bei der Abwehr der räuberischen Awaren hatten die Grafen Frankopan, Herren von Vinodol, sie von dem König Bela von Ungarn als Geschenk erhalten. Senj war im 16. Jh. ein berüchtigtes Seeräubernest und in ganz Europa berühmt durch die Uskoken (Serben und Bosniaken, die vor den Türken geflüchtet waren). Die Uskoken führten von hier einen Bandenkrieg gegen die Türken und lebten später von der Seeräuberei. Vor allem venezianische Frachtschiffe waren die Beute der wegen ihrer Gewalttätigkeit berüchtigten Uskoken und ließen den Wohlstand Senjs wachsen. Nachdem es wegen der Seeräuberei zu einem Krieg zwischen Venedig und Österreich gekommen war, siedelten die Habsburger die meisten der Senjer Uskoken zwangsweise ins kroatische Binnenland um. Neben einigen Kirchen und Palästen ist vor allem die perfekt erhaltene Festung Nehaj (Fürchte nichts) ein lohnendes Ziel. Die Fliehburg von 1558 steht etwas außerhalb der Stadt auf einem Hügel.